Fluch und Segen – Braunkohle in der Lausitz

Blick in den Braunkohletagebau Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) (Aufnahme von 2019)
Blick in den Braunkohletagebau Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) (Aufnahme von 2019) | Bild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Neben dem Mitteldeutschen und dem Rheinischen Revier zählt die Lausitz auch heute noch zu den drei großen deut- schen Braunkohlerevieren. 2020 kamen 37 Prozent der in der Bundesrepublik geförderten Braunkohle aus der Lausitz.

Seit mehr als 100 Jahren werden die fossilen Ablagerungen hier nun schon abgebaut. Mit ihrer langen und bewegten Geschichte hat die Braunkohleförderung die Lausitz so stark geprägt wie wohl kaum eine andere Region in Deutschland. In der DDR entwickelte sich Braunkohle schnell zum wichtigsten Energieträger. In den Spitzenzeiten kurz vor der Wende wurden in der Lausitz pro Jahr rund 200.000 Tonnen des schwarzen Goldes gefördert; knapp 80.000 Menschen waren in den zahl- reichen Tagebauen beschäftigt. Damit war das Lausitzer Revier lange Zeit der größte Arbeitgeber der Region. Und dennoch ist das Verhältnis vieler Lausitzer zur Braunkohle ambivalent.

So besagt ein altes sorbisches Sprichwort: "Gott hat die Lausitz geschaffen, aber der Teufel die Kohle darunter." Denn von der Klima- und Naturschädlichkeit der Förderung einmal abgese- hen, wohnt dem Braunkohleboom vor allem ein soziales Problem inne: Der fortschreitenden Vergrößerung der Tagebaue fielen in der Lausitz ganze Landstriche samt zahlreicher Dörfer zum Opfer. Seit den 1920er Jahren wurden 137 Ortschaften abgebaggert. Tausende Menschen mussten ihre Heimat verlassen.

Auch nach der Wende wuchs das Lausitzer Revier weiter, wenngleich wesentlich langsamer, war Braunkohle im vereinigten Deutschland doch von deutlich geringerer Bedeutung. Nach 1990 sank die jährliche Abbaumenge innerhalb kürzester Zeit auf ein Viertel dessen ab, was noch Ende der 80er Jahre zu DDR-Zeiten gefördert worden war. In der Folge gingen im Lausitzer Revier viele Arbeitsplätze verloren. Das prägt das Gesicht der Region bis heute.

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