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Pandora Papers

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Pandora Papers. Geld, Gier, Geheimnisse | Bild: NDR

Der Film dreht sich um ein neues Datenleck, das die Geschäfte mit Briefkastenfirmen von hunderten Politikern und Amtsträgern auf der ganzen Welt enthüllt. In den 11,9 Millionen vertraulichen Dokumenten finden sich Oligarchen, Regierungsvertreter und Kriminelle.

Zahlreiche Minister, Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt verstecken ihr Geld in Steueroasen. Das geht aus einem riesigen Datenleck hervor, dass Journalistinnen und Journalisten auf der ganzen Welt über Monate hinweg ausgewertet haben. Die Daten geben Aufschluss über die Offshore-Geschäfte von mehr als 330 Politikern und Amtsträgern aus 91 Ländern, darunter 35 amtierende und ehemalige Staats- und Regierungschefs. Der Datensatz trägt den Namen "Pandora Papers" und umfasst rund 11,9 Millionen vertrauliche Dokumente. Er wurde dem Internationalen Consortium für Investigative Journalistinnen und Journalisten (ICIJ) von einer anonymen Quelle zugespielt und von mehr als 600 Journalistinnen und Journalisten auf der ganzen Welt ausgewertet.     

Die Daten zeigen, wie Politiker und Superreiche Offshore-Strukturen nutzen, wohl auch um ihren Besitz vor der Öffentlichkeit zu verstecken. Darunter der amtierende Premierminister Tschechiens, Andrej Babis, der über ein kompliziertes Firmengeflecht ein Herrenhaus in Frankreich erworben hat. Babis wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern.

Auch der König von Jordanien, Abdullah II, soll über Steueroasen 14 Immobilien in Großbritannien und in den USA erworben haben. Auf Nachfrage erklärte ein Anwalt, die meisten der Briefkastenfirmen existierten nicht mehr, zudem würden nicht alle Immobilien dem König gehören.

Neben den amtierenden Präsidenten der Ukraine, von Kenia und Ecuador, tauchen in den Daten auch der ehemalige britische Premierminister Tony Blair und seine Frau auf. Demnach hat Blair im Jahr 2017 über den Kauf einer Briefkastenfirma eine Immobilie in London im Wert von 7,5 Millionen Euro erworben. Die Daten legen den Verdacht nahe, dass die Blairs durch die besondere rechtliche Konstruktion des Deals mehr als 300.000 Euro Grunderwerbssteuer gespart haben. Cherie Blair erklärte auf Nachfrage, dass ihr Mann nicht in den Kauf eingebunden war. Ziel der Transaktion sei es gewesen, die Immobilie durch den Kauf wieder unter britische Steuerverwaltung zu bringen.

Datensatz ist rund 2,94 Terrabyte groß

Der Pandora-Papers-Datensatz ist rund 2,94 Terrabyte groß, die Dokumente stammen von insgesamt 14 Offshore-Dienstleistern überwiegend aus den Jahren 1996 bis 2020. Die Pandora Papers sind damit das größte Datenleck zu Geschäften in Steueroasen. In den vertraulichen Dokumenten finden sich neben prominenten Spitzensportlern und Firmenvorständen auch Schwerverbrecher. So zeigen die Daten, wie Mafiosi Briefkastenfirmen nutzen, um ihren Besitz zu verschleiern und anonym zu bleiben. Organisierte Betrugsnetzwerke bauen weit verzweigte Firmennetzwerke auf, um Kunden um ihr Vermögen zu bringen.

In den Pandora Papers tauchen zudem mehr als 130 Milliardäre auf, darunter mehr als 40 russische Oligarchen. Die Dokumente zeigen auch, wie etliche mutmaßliche Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin ihr Vermögen in Steueroasen angelegen und mit Hilfe undurchsichtiger Firmenkonstruktionen verschleiern. Putin hatte 2011 erklärt, dass Offshore-System sei "unpatriotisch". Eine Frau, die unbestätigten Berichten zufolge Putins Geliebte gewesen sein soll, kaufte den Recherchen zufolge nur wenige Wochen nach der Geburt ihrer Tochter ein Luxus-Apartment im Fürstentum Monaco.

An den Pandora-Papers-Recherchen waren Journalistinnen und Journalisten von 150 Medienorganisationen aus 117 Ländern beteiligt. Zu den Partnermedien zählen unter anderem die Washington Post, der Guardian, der Indian Express, Le Monde und Aftenposten. In Deutschland waren Reporterinnen und Reporter von NDR, WDR und SZ beteiligt.

Film und Recherche von Lena Gürtler, Nils Naber, Anna Klühspies, Timo Robben, Han Park, Benedikt Strunz, Zita Zengerling (NDR), Petra Blum, Andreas Braun (WDR)